| Auch Gehörlose können hören |
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| Sonntag, 28. September 2008 um 11:08 |
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Das man nicht gleich einen Einfall für eine Filmmusik zu einem aktuellen Projekt hat, das ist jedem Komponisten bekannt. Hat er jedoch die Aufgabe eine Filmmusik zu schreiben die für Gehörlose und für Hörende sein soll, dann steht man erst einmal mit fragenden Augen vor dem Regisseur und fragt: Wie soll das gehen.
Nachdem ich mich einige Tage in die Materie hineingelesen habe, ob, oder vielmehr wie Gehörlose „hören“ können, da scheint es mehr als primitiv zu sein, wenn man sagt, dass Gehörlose nur Vibrationen spüren können. Was fängt man aber nun mit dieser Information an? Für diese Frage gehe ich vom Erfolgsfilm „Jurrasic Park“ aus. Ich erinnere mich genau an die Szene, in der der aus dem Käfig ausgebrochene T-Rex sich nachts dem Auto mit den Murphy Geschwistern und einigen Jurrasic Park Mitarbeitern nähert und die Vibrationen im Wasserglas, das auf dem Armaturenbrett steht, diese wunderbar konzentrischen Kreise entstehen lässt je näher sich der T-Rex dem Auto nähert. Die Vibrationen bei dem man förmlich spürt, wie nah der T-Rex bereits ist, ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Nun gibt es leider im Film "Seidene Stille" keine Dinosaurier, aber viele Möglichkeiten um dennoch mit tiefen Frequenzen zu arbeiten. Erinnert man sich an Momente, bei denen man Angst hat, merkt man sein Herz schneller schlagen, manchmal so sehr, dass es förmlich aus der Brust zu schlagen scheint. Oder wie ist es mit einem Szenario bei dem man sich in einem Haus befindet, und man merkt plötzlich eine kontinuierlich mehr werdende Vibration, als ob ein Zug auf einen zurollt und man aus dem Fenster heraus dann einen riesigen Bulldozer sieht. Es sind also kontinuierliche Vibrationen und impulshafte Vibrationen, die man sich zunutze machen kann, um einen Film für Gehörlose zu gestalten. Wie dies im Einzelnen aussieht wird in einer der folgenden News zu lesen sein, sobald der Film "Seidene Stille" fertig geschnitten ist. |